Deutschland ist traditionell ein Mieterland. Die Wohneigentumsquote ist im europäischen Vergleich niedrig: Sie liegt bei unter 50 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt nun mitgeteilt hat, ist sie seit 2006 allerdings um über vier Prozentpunkte gestiegen. Der deutliche Anstieg zeigt:
Die eigenen vier Wände gewinnen für die Deutschen zunehmend an Attraktivität.
Wieso ist das eine gute Nachricht? Nun – eine hohe Eigentumsquote ist kein Selbstzweck. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Wohneigentümer im Vergleich zu Mietern ein Vielfaches an Vermögen aufbauen. Und zwar bei gleichem Einkommen.
Das Analysehaus Empirica etwa hat ermittelt, dass Mieter zwischen ihrem 51. Und 60. Lebensjahr durchschnittlich einen Betrag ansparen, der einem Jahreseinkommen entspricht. Wohnungs- und Hauseigentümer sparen jedoch im selben Lebensabschnitt eineinhalb Jahreseinkommen an. Zudem verfügen sie mit ihrer Eigentumswohnung über inflationsgeschützten Immobilienbesitz, dessen Wert im Laufe der Jahre meist noch zunimmt.
Viele denken, dass Tilgung und Zinsen des Baukredits die gesparte Miete aufwiegen und man als Wohnungseigentümer am Ende genauso viel oder wenig Geld im Portemonnaie hat wie als Mieter. Das stimmt allerdings nur für die ersten Jahre nach der Kreditaufnahme. Mieter zahlen durchschnittlich 17 bis 18 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens an Miete, bis in ihre späten Fünfziger hinein. Danach steigen ihre Wohnkosten relativ zum Einkommen sprunghaft an – auf knapp ein Drittel des Haushaltsnettoeinkommens. Bei Eigentümern verhält es sich genau umgekehrt. Hier sinken die Wohnkosten relativ zum Einkommen kontinuierlich: von 34 Prozent im Alter von 35 bis 39 Jahren auf 12 Prozent im Ruhestand.
Dass die Eigentumswohnung eine der effektivsten Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge darstellt, ist also alles andere als ein Mythos. Zudem ist das allgemeine Marktumfeld derzeit äußerst günstig für angehende Wohnungseigentümer – gerade in Berlin. Historisch niedrige Zinsen von unter drei Prozent verbilligen die Bankdarlehen. Hinzu kommt die seit einigen Jahren wieder wachsende Bevölkerung der Hauptstadt, ohne dass darauf durch eine angemessene Neubautätigkeit reagiert worden wäre. Der Wohnraum wird knapp und
die Mieten steigen merklich. Wer sich jetzt in Berlin eine Wohnung kauft, kann davon ausgehen, dass sie in den nächsten Jahren deutlich an Wert gewinnen wird. Gleichzeitig entgeht man weiteren Mieterhöhungen. Und die kommen ganz sicher.